Vor kurzem habe ich mich, naja eher zufällig, dazu entschlossen nun endlich meine eigene kleine Wirtschaft zu eröffnen. Letztes Jahr im Sommer habe ich ja verzweifelt einen Laden gesucht, den ich übernehmen und schmeißen könnte, habe mir einige Immobilien angesehen, aber das Richtige war irgendwie nicht dabei. Entweder hätte man zu viel investieren müssen, oder der Laden wäre einfach nicht rentabel gewesen.
Nun, wo ich gar nicht mehr am suchen war stand der “Laden” plötzlich vor meiner Tür und wartet nur darauf wieder eröffnet zu werden. Also warum lange warten, dachte ich mir, die Gelegenheit am Schopfe gepackt und zugegriffen.
Doch bis zur Eröffnung ist es noch ein langer langer Weg, mit vielen Behördengängen, Absprachen, Vertragsverhandlungen etc pp. Daher habe ich mich dazu entschlossen hier ein wenig über meine Erfahrungen und Erlebnisse auf dem Weg zur Kleingastronomin zu berichten.
Zunächst einmal musste ich mit dem Vermieter / Verpächter der Immobilie einig werden und ihn davon überzeugen, dass ich genau die Richtige für das Objekt bin. Dank meiner Gastroberatung und meiner langjährigen Erfahrung in der Hotellerie war das aber kein so großes Problem und die Herren vom Kulturverein, denen die Alte Schule gehört, sind auch allesamt ganz liebe nette Burschen, mit denen man offen reden kann. Daher waren wir uns schnell einig und meine Vorbereitungen konnten starten.
Zunächst einmal musste die Lage gecheckt werden…. Mitbewerber, Interessenfelder der Anwohner…. ja und natürlich auch das eigene Inventar, was ist vorhanden, was wird noch benötigt, schließlich können hier hohe Investitionen auf einen zukommen, die man vorher kalkulieren sollte.
Meine größte Sorge war zunächst erst mal der Biergarten, wenn ich im Mai eröffnen möchte, dann sollte ich den am besten gleich mit eröffnen, doch ohne Möbel könnte das etwas schwierig werden und ob mein festgelegtes Budget für Investitionen auch für Gartenstühle und Tische reicht war fraglich. Umso glücklicher war ich, als ich in einem versteckten Kellerraum die komplette Außenbestuhlung gefunden habe, die mir von Bitburger zur Verfügung gestellt wird.
Da ich noch weitere Investitionen tätigen möchte, die nicht einfach mal so aus der Portokasse zu zahlen sind, wie zum Beispiel ein anständiges Kassensystem, eine professionelle Espressomaschine, das eine oder andere Küchengerät habe ich für nächste Woche Termine mit verschiedenen Industrievertretern um mir Angebote einzuholen.
Ein weiterer großer Batzen stellt die Beantragung und die Erteilung einer Konzession dar, die man zur Eröffnung einer Gastwirtschaft benötigt. Vor allem die Behördengänge die da auf einen zukommen sind nicht ohne um die ganzen benötigten Bescheinigungen und Unterlagen zusammen zu sammeln. So war ich gestern direkt mal auf dem Gesundheitsamt um mir eine aktuelle Bescheinigung bzgl. des Infektionsschutzgesetzes austellen zu lassen. Desweiteren habe ich ein polizeilisches Führungszeugnis beantragt, eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister angefordert und mir auf dem Finanzamt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung in Steuersachen austellen lassen. Den Unterrichtungsnachweis nach §4 des Gaststättengesetz habe ich bereits durch meine Hotelfachausbildung und musste daher glücklicherweise keinen Lehrgang mehr bei der IHK besuchen.
Nun ist die Konzession auf dem Gewerbeamt beantragt und wird hoffentlich bei der persönlichen Begehung der Räume durch das Gewerbeamt, das Ordnungsamt, die untere Bauaufsichtsbehörde, der zuständigen Behörde für den Arbeitsschutz und der Lebensmittelaufsichtsbehörde erteilt.
Dementsprechend muss ich nun vor dem Termin dafür sorgen, dass alle Anforderungen, die an den Betrieb gestellt werden auch erfüllt sind, damit einer Eröffnung im Mai nichts mehr im Weg steht
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Ich wünsch dir alles Gute! Bei deinem Background aus der Gastroberatung werden die Erwartungen recht hoch sein.
Liebe Grüße,
Melanie