Gegen Ende letzten Jahres wurde mit der Erhöhung des Kindergeldes auch die Einführung des monatlichen Betreuungsgeldes ab 2013 beschlossen. Elternpaare, die ihr Kind bis zum 3. Geburtstag allein zu Hause betreuen und nich die staatlich geförderten Kindertagesstätten nutzen, sollen hier für die Betreuung ihrer unter 3 jährigen Kinder 150 Euro im Monat erhalten.
Für 150 Euro im Monat auf seinen Job verzichten um das Kind zu Hause betreuen zu können? Das mag für viele sehr wenig erscheinen und keinerlei Anreiz für dieses Model geben. Doch rechnet man mal genauer, nimmt es sich wahrscheinlich nicht viel… Zieht man von seinem monatlichen Nettogehalt, sehr wahrscheinlich für einen Halbtagsjob in der Steuerklasse 5 mal die Kosten für einen Betreuungsplatz, die Benzinkosten zurArbeit und andere Kosten ab, die durch die Ausübung eines Jobs entstehen, wie zum Beispiel Berufskleidung, dann bleibt den Müttern sehr wahrscheinlich auch nicht viel mehr am Monatsende übrig wie eben diese 150 Euro. Wahrscheinlicher allerdings ist, dass den arbeitenden Müttern eher weniger bleibt. Daher erscheint die Alternative mit dem Betreuungsgeld eine runde Sache zu sein, mit mehr Zeit für das eigene Kind.
Doch ist es für das eigene Kind tatsächlich das Beste allein zu Hause betreut zu werden, womöglich ohne den regelmäßigen Kontakt mit gleichaltrigen Kindern? Lernen die Kinder nicht gerade in den Kindertagesstätten eine Form der Sozialkompetenz gegenüber Anderen, wie man sie zu Hause einem Kind nur sehr schwer vermitteln kann. Ich sehe es am Beispiel meines eigenen Sohnes, er ist 20 Monate alt und geht vormittags für 4 Stunden in eine Kindertagesstätte. Er hat wahnsinnigen Spaß dort, lernt viel dazu, vor allem von anderen Kindern und ist irgendwie seitdem viel ausgeglichener. Die Kita und die anderen Kinder scheinen ihm wirklich gut zu tun.
Die nächste Frage die sich mir stellt ist die Anrechnung oder besser gesagt die Nichtanrechnung des Betreuungsgeldes auf die Hartz-IV-Regelsätze. Das Betreuungsgeld nämlich soll nicht auf die Sätze angerechnet werden und auf jeden Fall zusätzlich gezahlt werden. In der Politik werden seit der aktuellen Debatte über die Neuregelung der Hartz-IV-Sätze stimmen laut, die der Meinung sind, dass Hartz-IV-Empfänger keinerlei Anreiz haben sich einen Job zu suchen, was ganz klar auf Kosten der Geringverdiener gehe. Ein Betreuungsgeld in dieser Höhe, zusätzlich zum Hartz-IV stellt in meinen Augen, angelehnt an diese Diskussionen, ganz klar eine Verschlechterung dieses Zustandes dar, denn wenn man zu dem Geld fürs Nichts-Tun dann auch noch zusätzliche 150 Euro bekommt, gerade weil man zu Hause bleibt, sinkt die eh schon nicht vorhanden Motivation sich auf Jobsuche zu begeben um ein Vielfaches.
Doch was muss getan werden? Jeder Bürger kann ja eh immer alles besser als unsere Politiker, denn die machen sowieso alles falsch. In jedem Wohnzimmer diesen Landes wird ganz klar bessere Politik gemacht als im Bundestag. Doch würden es unsere Hobbypolitiker tatsächlich an die Macht schaffen, würden sie sehen, dass sie genau an solchen Diskussionen genauso scheitern, da man es niemals jedem Recht machen kann.
Hier bei uns in Büdingen wurde meiner Meinugn nach eine sehr sinnvolle und auch faire Lösung für diese Problematik gefunden über die andere Komunen vielleicht auch mal nachdenken sollten. Hier nämlich stehen im Vergleich sehr günstige Kindergartenplätze für alle Kinder ab 3 Jahren zur Verfügung (zur Zeit EUR 69,00 monatlich für einen Halbtagsplatz). Zusätzlich wurden in einigen Einrichtungen zusätzliche “Krabbelgruppen” gegründet, die für Kinder zwischen 18 Monaten und 3 Jahren KOSTENFREI zur Verfügung stehen! Bedingung um einen solchen Platz für sein Kind zu bekommen: Beide Elternteile müssen berufstätig sein und aktuell einer regelmäßigen Beschäftigung nachgehen! Nach Bestätigung des Krabbelgruppenplatzes müssen beide Elternteile einen Beschäftigungsnachweis vorlegen, können sie dies nicht, bekommt den Platz ein anderes Kind.
Viele Stimmen, vor allem aus den Reihen der nicht arbeitenden Bevölkerung, werden nun sagen: Das kann ja wohl nicht sein, da bekommen die Leute, die eh Geld haben, auch noch was geschenkt. Aber genau diese Vorgehensweise der Stadt Büdingen ist richtig, denn sie verschenken nichts an Menschen die eh Geld haben, nein, sie unterstützen und belohnen Familien dafür, dass sie arbeiten gehen und sich nicht vom Staat finanzieren lassen. In meinen Augen ist das eine wirkliche Motivation einer Arbeit nachzugehen, denn auch wenn einem vom Gehalt nicht viel bleibt, so kann man sich wenigstens die Kosten für die Kinderbetreuung sparen und weiß zudem, dass die Kinder in guten Händen sind und Spaß mit anderen Kindern haben.